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Geschichte der Moskauer Universität

Michail Vassiljevič Lomonossov

Die Moskauer Universität gilt zu Recht als die älteste Universität in Russland. Sie wurde 1755 gegründet. Die Stiftung einer Universität in Moskau ist dank der Tätigkeit eines Universalgenies, des ersten russischen Akademiemitglieds Michail Vassiljevič Lomonossov (1711-1765) möglich geworden. 1940 wurde der Universität anlässlich des 185-jährigen Jubiläums der Name von M.V. Lomonossov verliehen.

A.S.Puschkin schrieb mit Recht über den Titanen des 18. Jahrhunderts in der Wissenschaft Russlands und der ganzen Welt: "Lomonossov ermaß alle Zweige der Aufklärung, indem er eine außergewöhnliche Willenskraft mit einer unübertroffenen Kraft des Verständnisses verband. Wissensdurst war die größte Leidenschaft dieser Seele voller Leidenschaften. Geschichts-wissenschaftler, Rhetoriker, Mechaniker, Chemiker, Mineraloge, Maler und Dichter, er hat alles erlebt und hat in alles hineingegriffen..." In der Tätigkeit von M.V. Lomonossov spiegelten sich alle Macht, Schönheit und Lebensfähigkeit der russischen Wissenschaft wider, die in den Vordergrund der Weltwissenschaftskentniss getreten sind, die Leistungen des Landes, dem es nach den Reformen von Peter I. gelungen ist, den Rückstand den Großmächten gegenüber aufzuholen und sich ihnen anzuschließen. M.V. Lomonossov legte viel Wert darauf, ein Hochschulbildungssystem in Russland zu schaffen. Noch 1724 wurde bei der Petersburer Akademie der Wissenschaften, die von Peter I. gegründet worden war, eine Universität und ein Gymnasium für die Ausbildung der Fachwissenschaftler in Russland gestiftet. Aber das Gymnasium und die akademische Universität waren leider dieser Aufgabe nicht gewachsen. Deswegen hat Lomonossow mehrmals die Frage über die Gründung einer Universität in Moskau aufgeworfen. Seine Vorschläge, die er in einem Brief an I.I. Schuvalov formuliert hatte, wurden dem Projekt der Moskauer Universität zu Grunde gelegt. I.I. Schuvalov, Günstling der Kaiserin Elisaveta Petrovna, nahm die Entwicklung der russischen Wissenschaft und Kultur unter seinen Schutz und half M.V. Lomonossov bei vielen seiner Vorhaben.

Erlass

Nachdem sich Elisaveta Petrovna mit dem von I.I.Schuwalow vorgelegten Projekt bekannt gemacht hatte, unterzeichnete sie am 12. ( dem 25. nach der neuen Zeitrechnung) Januar 1755 (am Tag der Heiligen Tatjana nach dem orthodoxen Kalender) den Erlass, die Moskauer Universität zu gründen. Die Universität wurde am Jahrestag der Krönung von Elisaveta Petrovna am 26. April (7. Mai) für zum Unterricht eröffnet erklärt. Seitdem werden an diesen Tagen traditionsgemäß studentische Feierlichkeiten veranstaltet, an die die jährliche wissenschaftliche Konferenz "Lomonossovskije Čtenija" ("Lomonossov-Lesungen") für Hochschullehrkräfte und die Konferenz der Jungwissenschaftler für Studenten "Lomonossov"angeknüpft sind.

Gemäß dem Projekt von M.V.Lomonossov wurden an der Universität 3 Fakultäten gegründet: philisophische, juristische und medizinische. Alle Studenten haben ihr Studium an der philosophischen Fakultät angefangen, wo sie eine fundamentale Ausbildung in naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Disziplinen bekamen. Das Studium konnte an der juristischen, medizinischen oder auch an der philisophischen Fakultät fortgesetzt werden. Im Vergleich zu den Universitäten Europas hatte die Moskauer Universität keine theologische Fakultät, was sich dadurch erklären lässt, dass es bei der russischen orthodoxen Kirche ein besonderes System für Ausbildung der Geistlichen gegeben hat. Die Professoren hielten die Vorlesungen nicht nur auf dem damals allgemein anerkannten Latein, sondern auch auf Russisch.

Moskauer Universität

Die Moskauer Universität zeichnete sich durch demokratische Zusammensetzung von Studenten und Professoren aus. Diese Tatsache hat in großem Maße die Verbreitung von progressiven wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Ideen unter den Studenten und Lehrkräften beeinflusst. Schon in der Präambel zum Stiftungserlass wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Universität "hauptsächlich für die generelle Ausbildung der nicht dem adeligen Stand angehörenden "Rasnočintsy" ("von verschiedenen Ständen Abstammende") geschaffen worden war". An der Universität konnten die Menschen aus verschiedenen Ständen mit Ausnahme von Leibeigenen immatrikuliert werden. M.W.Lomonossov wies auf das Beispiel von westeuropäischen Universitäten hin, wo dem Prinzip des Standesunterschieds Schluss gemacht wurde; "An der Universität wird der Student angesehen, der mehr gelernt hat; ist ohne Belang, wessen Sohn er ist". Während der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts stammten nur drei Professoren, die an der Universität unterrichtet haben, aus den Adeligen. "Rasnočintsy" machten im XVIII. Jahrhundert auch die Mehrheit der Studenten aus. Die begabtesten Studenten wurden in ausländische Universitäten zur Fortbildung des Studiums geschickt, damit Kontakte und Beziehunden zur Weltwissenschaft aufrechterhalten wurden.

Die staatlichen Geldinvestitionen deckten nur zum Teil die Bedürfnisse der Universität, um so mehr, als es am Anfang keine Studiengebühren gab, weiterhin wurden die unbemittelten Studenten davon befreit. Die Leitung der Universität musste nach zusätzlichen Geldquellen suchen, die kommerzielle Tätigkeit eingeschlossen. Eine riesige finanzielle Hilfe haben die Mäzene geleistet (Demidovs, Stroganovs, E.R. Daschkova u.a.). Sie erwarben und übergaben der Universität Forschungsgeräte, Sammlungen, Bücher, stifteten Stipendien für Studenten. Auch die Absolventen vergaßen nicht ihre Alma Mater. Mehrmals haben sie in den für die Universität schweren Zeiten Geldmittel gesammelt. Nach einer Tradition haben die Professoren der Universitätsbibliothek ihre Privatsammlungen vererbt. Darunter sind die reichsten Sammlungen von I.M. Snegirjov, P.J. Petrov, T.N. Granovskij, S.M. Solovjov, F.I. Buslaev, N.K. Gudsija, I.G. Petrowskij u.a.

Moskauer Universität 1786

Die Moskauer Universität spielte eine bedeutende Rolle in der Verbreitung und Popularisierung der wissenschaftlichen Kenntnisse. Die Vorlesungen der Professoren konnten vom breiten Publikum besucht werden. Im April 1756 wurden bei der Moskauer Universität an der Mochowajastraße Druckerei und Buchladen eröffnet. Damit wurde dem russischen Buchdrucks ein Anfang gelegt. Zu dieser Zeit begann die Universität auch zweimal pro Woche die erste nichtstaatliche Zeitung "Moskowskije Wedomosti" ("Moskauer Nachrichten") und seit dem Januar 1760 die erste Literaturzeitschrift "Polesnoje uwesselenije" (" Nützliche Unterhaltung") herauszugeben. Zehn Jahre lang, von 1779 bis 1789, leitete ein hervorragender russischer Aufklärer, Abgänger des Universitätsgymnasiums N.I.Novikov die Druckerei.

Ein Jahr nach der Gründung der Universität hat die Universitätsbibliothek die ersten Leser aufgenommen. Mehr als 100 Jahre lang hat sie ihre Funktion als die einzige allgemein zugängliche Bibliothek in Moskau ausgeübt.

Die Aufklärungstätigkeit der Moskauer Universität oder die Teilnahme ihrer Professoren war die Grundlage zur Schaffung von solchen großen Zentren der russischen Kultur wie das Gymnasium in Kasan (seit 1804 - die Kasaner Universität), die Kunstakademie in St.-Petersburg (bis 1764 - bei der Moskauer Universität), das Maly Theater u.a.


Im XIX. Jahrhundert wurden bei der Universität die ersten wissenschaftlichen Gesellschaften gegründet: Gesellschat der Naturforscher, Gesellschat der russischen Geschichte und Altentümer, Gesellschat der Liebhaber der russischen Philologie.

Im XVIII. Jahrhundert haben an der Moskauer Universität hervorragende Vertreter der russischen Wissenschaft und Kultur studiert und gearbeitet: Philosophen N.N. Popovskij, D.S. Aničkov; Mathematiker und Mechaniker V.K. Arschnevskij, M.I. Pankevič; Mediziner S.G. Sybelin; Botaniker P.D. Veniaminov; Physiker P.I. Strachov; Bodenkundler M.I. Afonin, N.E. Čerepanov; Historiker und Geograph H.A.Čebotarjov; Historiker N.N. Bantysch-Kamenskij; Philologen und Übersetzer A.A. Barsov, S. Halfin, E.I. Kostrov; Rechtswissenschaftler S.E. Desnizkij, I.A. Tretjakov; Verläger und Schriftsteller D.I. Fonvisin, M.M. Heraskov; N.I. Novikov; Architekten V.I. Bashenov und E.I. Starov.

Die Verbindung in der Tätigkeit der Moskauer Universität der Aufgaben von Auklärung, Wissenschaft und Kultur hat sie, so A.I. Herzen, in den "Mittelpunkt des russischen Bildungswesens", eines der Zentren der Weltkultur verwandelt.

Statut

Bis 1804 wurde die Tätigkeit der Universität von dem " von oben bestätigten Projekt der Stiftung von der Moskauer Universität" geregelt. 1804 war das Statut der Universität angenommen. Der Universität wurde eine beachtliche Selbstverwaltung zuteil, der Universitätsrektor und die Dekane der Fakultäten wurden aus den Professoren der Universität gewählt. Der erste gewählte Universitätsrektor war Professor für Geschichte und russische Philologie H.A. Čebotarjov. Der Professorenrat klärte alle Fragen des Universitätslebens und erkannte die akademischen Grade zu. Die Bücher, die in der Druckerei der Universität mit Zustimmung des Professorenrats gedruckt wurden, unterlagen keiner Zensur. Man konnte an vier Fakultäten (oder Abteilungen, wie sie genannt wurden) studieren: Fakultät für Moral- und Politikwissenschaften, Fakultät für physikalische und mathematische Wissenschaften, Fakultät für medizinische Wissenschaften und Fakultät für philologische Wissenschaften. Das Studium dauerte 3 Jahre. Nach den Abschlussprüfungen wurde den besten Absolventen der Grad eines Kandidaten und allen anderen der Ttitel "ordentlicher Student" zuerkannt. Verschiedene Bildungsstufen wurden bessert aufeinander abgesimmt. Laut dem Statut von 1804 leitete die Universität die Grund- und Hauptschulbildung in den zentralen Gouvernements von Russland.

Der Angriff der Napoleontruppen auf Russland 1812 hat bei den Studenten der Universität eine hohe patriotische Begeisterung ausgelöst. Viele sind der Landwehr beigetreten, und von M.I.Kutusov wurde die Tätigkeit der Universitätsmediziner besonders hoch geschätzt. Während des Aufenthalts der Napoleonsoldaten in Moskau waren die Universitätsgebäude praktisch völlig verbrannt. Die Bibliothek, das Archiv, das Museum, die ganze Forschungsausrüstung wurden vernichtet. Der Wiederaufbau der Universität wurde zur Aufgabe der ganzen russischen Gesellschaft. Wissenschaftliche Institute, Gelehrte, Privatpersonen übergaben der Universität Geld, Bücher, alte Schriften, naturwissenschaftliche Sammlungen, Geräte.

Allein für die Universitätsbibliothek gelang es 7,5 Tausend Bücher zu sammeln. Ungeachtet der schweren Lage der Universität fingen die Professoren und Studenten schon am 1. September 1813 den Unterricht an. Zu den Zwanzigerjahren des XIX. Jahrhunderts überstieg die Studentenzahl 500 Menschen.

In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts stand die Moskauer Universität an der Spitze des gesellschaftlichen Lebens in Russland. Viele Studenten waren Mitglieder der Dekabristenorganisation. Die Traditionen des freien Denkens wurden von Studentenzirkeln der Brüder Kritskij, N.P. Sungurov, W.G. Belinskij, A.I. Herzen und N.P. Ogarjov, N.W. Stankevič gepflegt. In den Räumen der Universität waren die Meinungsstreitigkeiten zwischen den sogenennten "Westlern und "Slawophilen" um die Wege der Entwicklung von Russland in vollem Gange. Öffentliche Vorlesungen und Dispute des Leiters von "Westlern", des hervorragenden Geschichtswissenschaftlers T.N. Granovskij versammelten alle Intellektuellen von Moskau der 1840-r Jahre.

Genauso aktiv war die Verlagstätigkeit der Universität, die sich nicht nur auf das Herausgeben der wissenschaftlichen Werke beschränkte. In der Universitätsdruckerei haben "Die Sonette" von Mizkevitč, "Die Notizen eines Jägers" von Turgenew die Welt erblickt. Indem sich A.I. Herzen an die Zeit der Reaktion während der Herrschaft von Nikolaj I. erinnerte, schrieb er von einer besonderen Bedeutung der Universität: "Die in Ungnade gefallene Universität gewann an Bedeutung: junge Kräfte von Russland, aus allen Richtungen, aus allen Schichten flossen hinein, wie in einen Behälter; in ihren Räumen wurden sie ihre Vorurteile los, die sie sich zu Hause angeeignet hatten, stellten sich auf eine Stufe, verbrüderten sich und flossen wieder in verschiedene Richtungen von Russland, in verschiedene Schichten".

Das Leben der Universität erreichte eine neue Entwicklungsstufe, nachdem die Leibeigenschaft abgeschafft worden war und Russland den Weg des Kapitalismus eingeschlagen hatte. Das Statut der Universität von 1863 spiegelte den Kurs der Regierung auf die Durchführung der Reformen wider, deren Ziel war, die Entwicklung des Landes zu beschleunigen. Das Wachstum der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft, die Reformen auf dem Gebiet der Verwaltung, des Gerichts, der Armee forderten die Erhöhung des Niveaus und den Ausbau der Universitätsausbildung. Nach dem Statut 1863 hat die Zahl der Lehrveranstaltungen und Lehrkräfte zugenommen. Eine große Aufmerksamkeit schenkte man dem praktischen Unterricht, den Laborarbeiten und den Seminaren. Die Universität erhielt wieder ihr Recht, den Rektor und die Dekane zu wählen, das während der Regierungszeit von Nikolaj I. praktisch abgeschafft worden war. An den vier Fakultäten - an der Geschichtsph ilologischen, Physikalisch-mathematischen, Juristischen und Medizinischen - studierten etwa 1500 Menschen, die meisten von denen zu den "Rasnočinzy" gehörte.

Im Russland vor der Revolution haben die Professoren der Moskauer Universität viel für die Festigung der Verbindung der Wissenschaft mit der Praxis gemacht. Die Universitätswissenschaftler schrieben Lehrbücher für die Schule. Viele Absolventen der Universität waren als Lehrer tätig und bildeten den hochqalifizierten Teil der russischen Lehrerschaft.

Auf Initiative und mit Unterstützung der Universität entstanden in der zweiten Hälfte des XIX. - Anfang des XX. Jahrhunderts berühmte Moskauer Museen: das Polytechnische, das Historische, das Zoologische, das Anthropologische, das Museum für bildende Künste (jetzt das Puschkin - Museum für Bildende Künste); es wurden Botanischer Garten und Zoologischer Garten (Moskauer Zoo) eröffnet.

Das Statut von 1863, das neue Möglichkeiten für die Entwicklung der russischen Aufklärung und Wissenschaft angeboten hatte, bestand erst bis 1884. Nachdem Zar Alexander II. 1881 von den Mitgliedern der Partei "Narodnaja Wolja" ("Volkswille") ermordet worden war, griff die Regierung die Selbstverwaltung der Universität wieder an und verschärfte die Kontrolle über die Lehrveranstaltungen. Ungeachtet dieser Tatsache erhielt sich die Universität als eines der Zentren der fortschrittlichen wissenschaftlichen Kentnisse und des geistigen Lebens in Russland.

Mit der Universität sind die Namen der hervorragenden russischen Denker Ende des XIX.- Anfang des XX Jahrhunderts verbunden: W.S.Solovjov, W.W.Rosanov, E.N. und S.N.Trubezkoj, S.N.Bulgakov, P.A.Florenskij. Studenten und Professoren reagierten auf die brennendsten Probleme der russischen Wirklichkeit. An der Universität studierten und unterrichteten die berühmten Funktionäre der führenden politischen Parteien Russlands.

Die Studenten der Moskauer Universität standen in den ersten Reihen der Kämpfer für die Freiheit während der Revolution 1905 - 1907. In der Geheimversammlung am 9. September 1905 wurde von den Studenten eine Resolution angenommen, die den Sturz der Selbstherrschaft und die Umwandlung Russlands in eine demokratische Republik forderte.

Der Aufschwung der revolutionären Bewegung vor dem ersten Welrkrieg hat auch die Moskauer Universität angefasst. 1911 haben mehr als 130 Professoren und Dozenten die Universität verlassen, indem sie gegen die widerrechtliche Kündigung einer Anzahl von Professoren und die Verletzung des Selbstverwaltungsrechts der Universität protestierten. Unter ihnen waren Gelehrte von Weltruf: K.A. Timirjasev, P.N.Lebedjev, N.D. Selinskij, N.A. Umow, S.A. Čaplygin, W.I. Vernadskij, W.I. Pičeta u.a. Die Regierung antwortete darauf mit Exmatrikulation von mehr als Tausend Studenten, mit Verhaftungen und Verweisungen aus Moskau revolutionär gesinnter Studierender. Drastisch reduzierte sich die Zahl der Studenten wegen des ersten Weltkrieges, der 1914 angefangen hatte.

A.S.Puschkin

Ungeachtet zahlreicher Schwierigkeiten hat die Moskauer Universität im Laufe der ersten 150 Jahre ihres Bestehens einen riesigen Beitrag zur Entwichlung der russischen Wissenschaft und Kultur geleistet. Im XIX. - Anfang des XX. Jahrhunderts arbeiteten hier die bedeutendsten Gelehrten, Repräsentanten der russischen wissenschaftlichen Schulen von Mathematikern und Mechanikern N.D.Braschman, N.E.Shukovskij, N.W.Bugajev, S.A.Čaplygin; von Physikern und Astronomen A.G.Stoletov, F.A.Bredichin, A.A.Belopolskij, N.A.Umov, P.N.Lebedev, P.K.Sternberg; von Chemikern W.W.Markovnikov, W.F.Lungin, I.A.Kablukov, N.D.Selinskij; von Biologen und Bodenkundlern K.F.Rulje, A.I.Filomafitskij, I.M.Sečenov, K.A.Timirjasev, A.N.Severzov, M.A.Mensbir, A.N.Sabanin, D.N.Prjanischnikov; von Medizinern M.J.Mudrov, F.I.Inosemzev, N.W.Sklifosovskij, G.A.Sacharjin, A.A.Ostroumov, N.W.Filatov, F.F.Erisman, W.F.Snegirjov; von Geographen und Antropologen D.N.Anutschin; von Geologen G.E.Schurowskij, W.O.Kovalevskij, A.P.Pavlov; von Geochemikern W.I.Vernadskij; von Geschichtswissenschaftlern T.N.Granowskij, N.I.Nadeshdin, M.T.Kačenovskij, M.P.Pogodin, J.W.Gotje; von Philologen N.S.Tichonravov, F.I.Buslajev, N.I.Storoshenko, F.F.Fortunatov, F.E.Korsch, W.F.Miller, S.K.Schambinago, M.N.Speranskij, M.M.Pokrovskij, W.N.Schepkin; von Juristen B.N.Čičerin. K.D.Kavelin, M.M.Kovalevskij, P.I.Novgorodzev; von Wirtschaftswissenschaftlern I.K.Babst, A.I.Čuprov, I.I.Janshul; von Philosophen E.N. und S.N.Trubezkoj u.a.

Der Wirbelwind der Revolution, der über Russland 1917 raste, hinterließ eine widerspruchsvolle Spur im Schicksal der Universität. Einerseits hatte ihre komplette Demokratisierung stattgefunden. Die Studiengebühren wurden abgeschafft, die Studenten erhielten staatliche Stipendien. Seit 1919 wurde die Universität vom Staat finanziert. Damit die Menschen, die aus Arbeiter- un Bauernfamilien stammten, über die für Immatrikulation nötigen Minimalkenntnisse verfügen konnten, eröffnete man bei der Universität seit 1919 eine Arbeiter- und Bauernfakultät für die Vorbereitung auf das Studium (blieb ein Bestandteil von MSU bis 1936). Im Laufe des ersten Jahrzehnts nach der Revolution unterrichteten weiter an der Universität die Gelehrten von Weltruf: D.N.Anučin, N.E.Shukovskij, N.D.Selinskij, A.N.Severzov, K.A.Timirjasev, S.A.Čaplygin u.a.

Aber gleichzeitig hat die Spaltung der Gesellschaft während der Revolution das Leben der Universität stark beeinflusst. Eine Anzahl von Studenten und bekannten Gelehrten, die neue politische Ordnung nicht unterstützten, waren gezwungen, die Moskauer Universität zu verlassen. Einen gewissen Schaden haben der Universität auch die Reorganisationen der 20-er - 30-er Jahre zugefügt, deren Ziel es war, die Anzahl von Fachspezialisten im Land zu vergrößern. Der Universität wurden die medizinische Fakultät, die Fakultät für sowjetisches Recht und die chemische Fakultät (zeitweilig) entnommen und zu Grunde von selbstständigen Hochschulen gelegt. Zu solchen Hochschulen wurden auch die geologische, die mineralogische und geographische Abteilung der naturwissenschaftlichen Fakultäten. Auf Grund der geisteswissenschaftlichen Fakultäten wurde1931 die Moskauer Hochschule für Philosophie, Literatur und Geschichte eröffnet, die sich mit der MSU erst zehn Jahre später wieder vereinigte. Es wurden auch einige Übertreibungen in der Gestaltung des Unterrichtsprozesses zugelassen: zum Beispiel wurde die "Brigadenlabormethode" eingeführt, die die Vorlesungen abschaffte und die Durcharbeitung des Stoffes den Studentenbrigaden aus 3-5 Menschen überließ, die individuelle Prüfung wurde dabei durch kollektive Berichte von Brigaden ersetzt.

Zum Glück dauerte diese Periode im Leben der Universität nicht lange. 1932 wurde die "Brigadenlabormethode" abgeschafft. Neue Lehrprogramme wurden angenommen, die Arbeitsordnung an der Universität wechselte sich. 1934 wurden an der Universität die ersten Dissertationen der Sowjetzeit verteidigt.

Den tragischen Ereignissen der 30-er - 50-er Jahre im gesellschaftlichen Leben des Landes war die Universität nicht entgangen. Das ideologische und administrative Diktat der Regierung hinderte die Freiheit der schöpferischen Arbeit. Die Kontakte zu ausländischen wissenschaftlichen Zentren wurden eingeschränkt. Viele Gelehrte wurden unbegründeten Repressalien unterzogen, ganze Forschungsrichtungen, insbesondere im Bereich der Gesellschaftswissenschaften, der Philologie, Kybernetik, Biologie wurden vernichtet.

Trotz dieser schweren Verluste hat die Wissenschaft an der Universität in den 20-er - 30-er Jahren im Großen und Ganzen beträchtliche Leistungen vollbracht. 1941 standen allein im Direktstudium gegen 5 Tausend Menschen. Mehr als 30 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität wurden ordentliche Mitglieder der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion. Die Gelehrten der Universität hatten die Lehrbücher für die Hoch- und Mittelschule verfasst.


Der große Vaterländische Krieg 1941-1945 war eine schwere Probe für unser Land. Am 25. Juni 1941 ging schon die erste Gruppe von Studenten und Mitarbeiter der MSU an die Front, meistens, um Kommandeurkader und politische Zusammensetzung der Roten Armee zu verstärken. Die 8. (Krasnopresnenskaja) Division der Volkswehr setzte sich aus den Freiwilligen der MSU zusammen. Sie nahm heldenmütig an der Verteidigung Moskaus teil.

Im Oktober 1941 wurde die Universität evakuiert, zuerst nach Aschkhabad, und ab dem Sommer 1942 nach Swerdlowsk. Nach Moskau kehrte die Universität erst im Frühling 1943 zurück, obwohl die Lehrveranstaltungen für die in der Hauptstadt gebliebenen Studenten im Februar 1942 wiederaufgenommen wurden, nachdem die faschistischen Truppen bei Moskau geschlagen worden waren.

In der Kriegszeit hat die Universität mehr als 3 Tausend Spezialisten ausgebildet. Die Gelehrten der MSU haben mit ihren wissenschaftlichen Leistungen einen beträchtlichen Beitrag zur Verteidigung der Landes und zur Entwicklung seiner Wirtschaft geleistet.

Mehr als 3 Tausend Studenten wurden an der MSU während der 4 Jahre des Krieges ausgeführt. Darunter sind Vervollkommnung des Flugzeugbaus und Steuerung von Schiffen, Begründung der Theorie der Treffsicherheit der Artillerie und der Flächenschüsse, Gewährleistung von Signalen der genauen Zeit fürs ganze Land, Entdeckung der Sprengstoffe.

In die Medizinpraxis wurde "Trombin" eingeführt - ein Präparat, das die Blutgerinnung beschleunigt; es wurde die Uranforschung angefangen; die Geologen haben in Mittelasien die größten Wolframvorkommen entdeckt, was zur Erschließung vom "zweiten Baku" beitrug; die Geografen haben die Rote Armee mit kartographischen Materialien versorgt u.s.w. Einen großen Beitrag zur Festigung der Gemütsstimmung in der Armee, zur Entlarvung des verbrecherischen Wesens des Faschismus, zur Propaganda der patriotischen Ideale haben die Geisteswissenschaftler geleistet. In den Dokumenten des Nürnberger und des Tokioer Prozesses über die Kriegsverbrecher spiegelten sich die Erarbeitungen der Juristen von MSU wider, zum Beispiel die These von der individuellen strafrechtlichen Verantwortung der ehemaligen faschistischen Führer.

Mehr als 5 Tausend Studeten und Mitarbeiter der Universität haben an den Fronten gekämpft, über ein Tausend wurden während der Kriegsjahre mit Orden und Medaillen der Sowjetunion und der Länder der Antihitlerkoalition ausgezeichnet, und den sieben wurde der Titel des Helden der Sowjetunion verliehen.

Etwa 3 Tausend Studenten, Doktoranden, Professoren, Dozenten und Mitarbeiter der MSU waren aus dem Krieg nicht heimgekehrt. Ihnen zu Ehren wurde 1975 ein Ehrenmal und das ewige Feuer neben dem 1. Universitätsgebäude errichtet.

Moskauer Staatlichen Universität. Foto N.N.Molchanov

Der Wiederaufbau nach dem Krieg und die weitere Entwicklung des Landes war ohne neuen Aufschwung der Universitätsausbildung unmöglich. Ende der 40-er - Anfang der 50-er Jahre verbesserte sich beträchtlich die materielle Lage der Moskauer Universität. An den Lenin(Vorobjovy)bergen wurde ein riesiger Komplex von neuen Universitätsgebäuden errichtet. Am 1. September 1953 hat dort der Unterricht begonnen. Die Universitätsräume und -labors waren modern ausgerüstet. Das Budget der Universität war 5 mal so groß wie das vor dem Krieg.

Die Festigung der materiellen Basis, die ab Mitte der 50-er Jahre durchgeführten Maßnahmen zur Demokratisierung des politischen Lebens im Lande, der Ausbau der Kontakte zu anderen Staaten ermöglichten das Spektrum der Forschungsarbeit an der Universität wesentlich zu bereichern. Verschiedene spezialisierte Labors wurden geschaffen, darunter die Zwischnenfakultätslabors, ein riesiges Wissenschaftliches Rechenzentrum wurde organisiert. An der MSU sind neue Fakultäten erschienen: Institut für orientalische Sprachen (seit 1972 Institut für Lander von Asien und Afrika), Fakultät für Psychologie, Fakultät für Rechenmathematik und Kybernetik, die erste im Land Fakultät für Bodenkunde. Die Gesamtzahl der Studenten des Direktstudiums ist von 13 Tausend 1953 bis auf 31 Tausend 2001 gewachsen.

Die Moskauer Universität hat sich in ein großes internationales Zentrum der Ausbildung von Studenten und Doktoranden verwandelt. Damit die Ausländer die russische Sprache erlernen konnten, wurde 1959 an der Universität eine der ersten in unserem Land Vorbereitungsfakultäten dieser Art gegründet (jetzt Zentrum der internationalen Ausildung).

Die Moskauer Universität hat von 1917 bis heute insgesamt etwa 180 Tausend Fachleute und etwa 35 Tausend Kandidaten der Wissenschaften für Landwirtschaft, Kultur und Bildung ausgebildet.

An der Universität waren viele berühmte Gelehrte tätig: Mathematiker und Mechaniker P.S.Aleksandrov, W.W.Golubev, D.F.Egorov, M.W.Keldysch, A.N.Kolmogorov, N.N.Lusin, I.G.Petrovskij, I.I.Priwalov, W.W.Stepanov, O.J.Schmidt; Physiker W.K.Arkadjev, L.A.Arzimovič, N.N.Bogoljubov, S.I.Vavilov, W.I.Veksler, A.A.Vlasov, P.L.Kapiza, I.W.Kurčatow, L.D.Landau, G.S.Landsberg, J.B.Seldovič, A.S.Predvoditelev, D.W.Skobel’zyn, I.E.Tamm, R.W.Chochlov; Chemiker A.A.Balandin, I.W.Beresin, S.I.Volfkovič, J.I.Gerassimov, B.A.Kasanskij, W.A.Kargin, A.N.Nesmejanov, A.W.Nowosjolova, P.A.Rebinder, N.N.Semjonov, A.N.Frumkin, N.M.Emanuel; Geografen N.N.Baranskij, A.A.Borsov, K.K.Markov, W.N.Sukačjov, I.S.Schukin; Geologen A.D.Archangelskij, N.W.Belov, A.A.Bogdanov, A.P.Vinogradov, J.A.Orlov, M.M.Filatov; Biologen und Bodenkundler A.N.Beloserskij, D.G.Vilenskij, L.A.Senkevič, N.K.Kol’zov, G.W.Nikolskij, A.I.Oparin, N.P.Remesov; Geschichtswissenschaftler A.W.Arzichovskij, B.D.Grekov, A.A.Guber, N.M.Drushinin, N.I.Konrad, M.W.Nečkina, A.M.Pankratova, S.D.Skaskin, M.N.Tichomirov, L.W.Čerepnin; Kunstwissenschaftler W.N.Lasarev, A.A.Fjodorov-Davydov; Philologen D.D.Blagoj, S.M.Bondi, W.W.Vinogradov, N.K.Gudsij, R.M.Samarin, D.N.Uschakov; Philosophen W.F.Asmus, W.P.Wolgin, G.E.Glasermann, E.W.Iljenkow, B.M.Kedrov; Juristen M.N.Gernet, P.E.Orlovskij, A.N.Trajnin; Psychologen A.N.Leontjev, A.R.Lurija, S.L.Rubenstein; Ökonomisten L.J.Berri. A.J.Bojarskij, W.S.Nemtschinov, K.W.Ostrovitjanov, S.K.Tatur, N.A.Zagolov u.a.

Heutzutage ist die Moskauer Universität eines der führenden Zentren der russischen Bildung, Wissenschaft und Kultur. Erhöhung des Niveaus von Lehrkräften höchster Qualifikation, Suche nach Wahrheit, Orientierung an den humanistischen Idealen des Guten, der Gerechtigkeit und Freiheit wird heute als konsequentes Einhalten der besten Traditionen der Universität angesehen.

Im Juni 1992 hat die Moskauer Universität nach dem Erlass vom Präsidenten der Russischen Föderation den Status einer selbstgesteuerten (autonomen) Lehranstalt bekommen.

Im November 1998 wurde nach breit angelegter Besprechung im Rat der Wissenschaftlichen Senate der MSU, zu dem die Mitglieder des Wissenschaftlichen Senats der MSU, Mitglieder der Wissenschaftlichen Senate der Fakultäten und Institute, sowie auch Mitglieder der Vorstände der Abteilungen der Universität, die keine Wissenschaftlichen Senate haben, gehören, das Statut der Moskauer Lomonossov-Universität angenommen.

Der Rat der Wissenschaftlichen Senate der MSU entscheidet laut dem Statut über strategische Fragen der Universitätstätigkeit, wählt den Rektor. Die Gesamtlverwaltung der Universität übt der Wissenschaftliche Senat der MSU aus, dem der Rektor und Prorektoren, Dekane der Fakultäten und Direktoren der Institute, gewählte Lehrkräfte von von Fakultäten und Instituten (2-4 Personen je nach der Gesamtzahl der Mitarbeiter), ein Vertreter der Studenten und Doktoranden jeder Fakultät angehören; 5 Mitglieder des Wissenschaftlichen Senats weden aus dem Ingenier- und Dienstpersonal der Universität gewält.

Der Wissenschaftliche Senat der MSU entscheidet über die wichtigsten Fragen der wissenschatlichen Tätigkeit und der Lehrtätigkeit, über die internationalen Beziehungen, bestätigt Struktur und Haushalt der Universität, verleiht den Professortitel, bestätigt Lehrstuhlleiter, setzt sich mit Plänen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Universität auseinander. Die Sitzungen des Wissenschaftlichen Senats der MSU finden nicht seltener als einmal pro Monat statt.

Laut dem neuen Statut sind die Rechte von Fakultäten und Forschungsinstituten beträchtlich erweitert worden. Sie sind selbstständige lehrwissenschaftliche Abteilungen, die Bestandteile der MSU-Gesamtstruktur sind. Ihre Verwaltung und Tätigkeit wird von der Verordnung über die Fakultät (das Institut) geregelt, die das Statut der MSU in Rahmen dieser Abteilung konkretisiert.

Die vom neuen Statut verkündeten Ideen der Demokratisierung des Universitätslebens, der Transparenz der Entscheidungen, der Selbstverwaltung haben als Endziel Unterrichts- und Forschungsfreiheit und Freiheit der geistigen Entwicklung von Persönlichkeit. Laut dem Statut gilt der Lehrstuhl ( das Labor, die Abteilung) als Haupteinheit der Universität, deren Lehrkräfte, Studenten und Aspiranten zusammen auf demokratische Weise über alle Fragen der Gestaltung des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens und des Lehrprozesses entscheiden.

Die MSU ist die größte klassische Universität der Russischen Föderation, ein besonders wichtiges Objekt der kulturellen Erbschaft die Völker von Russland. Sie bildet die Studenten in 27 Fachrichtungen und 57 Fachqualifikationen und die Doktoranden und Habilitanden in 168 wissenschaftlichen Fachrichtungen aus, die praktisch das ganze Spektrum der gegenwärtigen Universitätsausbildung ausmachen. Heutzutage studieren an der MSU mehr als 40 Tausend Studenten, Aspiranten, Habilitanden und Teilnehmer der Weiterbildunslehrgänge. Überdies lernen etwa 10 Tausend Schüler an Lehranstalten (Schulen, Kurse etc.) bei der MSU. Die wissenschaftliche Tätigkeit und der Unterricht werden in Museen, speziellen Orten für lehrwissenschaftliche Praktika, in den Expeditionen, an Bord der Forschungsschiffe, in Weiterbildungszentren durchgeführt.

Die MSU ist das führende Wissenschaftszentrum des Landes, in dem große wissenschaftliche Schulen enstanden sind, wo Nobelpreis- , Leninpreisträger, Staatspreisträger der UdSSR und Russland gearbeitet haben und arbeiten. Von 18 russischen Nobelpreisträgern waren 11 die Absolventen oder Professoren der Moskauer Universität. 12 % aller Entdeckungen, die in der Sowjetunion registriert wurden, gehören den Gelehrten der MSU. Ihre Arbeit war mit 60 Leninpreisen und mit 120 Staatspreisen der UdSSR ausgezeichnet. In den letzten 10 Jahren wurden mehr als 40 Arbeiten der Gelehrten der MSU mit dem Staatspreis der Russischen Föderation ausgezeichnet. Allein in dem vor kurzem vom Präsidenten unterzeichneten Erlass sind 6 der mit dem Staatspreis ausgezeichneten Arbeiten von den Gelehrten der MSU gemacht worden.

Den Lehrprozess und die wissenschaftliche Tätigkeit an der MSU führt das einzigartige Team von Lehrkräften und Gelehrten durch. Das sind 2,5 Tausend von Doktoren der Wissenschaft (Dr.habil.) und fast 6 Tausend von Kandidaten der Wissenschaft (Dr.), etwa 1 Tausend Professoren und 2 Tausend Dozenten und Oberhochschullehrer. An der Moskauer Universität sind etwa 300 ordentliche und korrespondierende Akademiemitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Wirtschaftsbranchenakademien tätig. An den fundamentalen und angewandten Wissenschaftsforschungen der Universität nehmen 5 Tausend Wissenschaftler teil, die zurzeit ihre Forschungen im Rahmen der 310 Prioritätsrichtungen der Wissenschaft und der Programme durchführen.

Die MSU hat 27 Fakultäten, 15 Forschungsinstitute, 49 Museen, mehr als 350 Lehrstühle, Wissenschaftlichen Park, Botanischen Garten, Wissenschaftliche Bibliothek mit 9 Mio. Büchern, Verlag, Druckerei, Kulturzentrum, eine Internatsschule, wo etwa 300 begabte Kinder von ganz Russland lernen.

In den letzten Jahren hat die Universität eine ganze Reihe neuer Programme verwirklicht. Es wurden 9 neue Fakultäten eröffnet; im Laufe der letzten 5 Jahre sind 42 Lehrstühle uns 22 Labors entstanden; mehr als 200 von neuen Lehrplänen und Lehrprogrammen wurden eingeführt, die Forschungen nach neuen 30 interdisziplinären Programmen wurden angefangen; ein hochproduktiver Rechenklaster, der nach seiner Leistung erste unter den Bildungsanstalten von Russland, wurde geschaffen.

Die Universität bleibt das größte Innovationszentrum. Der erste im Land Wissenschaftliche Park, der wissenschaftliche Errungenschaften in hohe Technologien transformiert, wurde an der MSU vor mehr als 10 Jahren eröffnet. Mehr als 2 Tausend Gelehrte der MSU sind dort zur innovativen Tätigkeit herangezogen.

Die Moskauer Universität ist ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr kompliziertes Gebilde. Die MSU hat 1000 einzelne Häuser und Bauten mit der Gesamtfläche von etwa 1Million m², darunter 8 Wohnheime, wo mehr als 12 000 Menschen untergebracht sind, etwa 300 km verschiedener Verbindungs- und Versorgungsleitungen.

Aber auch diese beiendruckenden Zahlen entsprechen nicht den Forderungen der Zeit, den modernen Tendenzen in der Entwicklung der Wissenschaft und Bildung. Das heutige Niveau der Entwicklung der fundamentalen und angewandten wissenschaftlichen Forschungen, ihr interdisziplinärer Charakter und die Augabe, die Spezialisten mit breiten Fachkenntnissen auszubilden, fordern eine intensive Entwicklung und Modernisierung der materiell-technischen Basis. Im Oktober 1987 hat die Regierung beschlossen, einen neuen Gebäudekomplex für die Moskauer Universität zu errichten, der ganz modern ausgerüstet sein sollte. Das Projekt (Architekt G.N. Zytovič) sieht die Errichtung der neuen Studien- und Forschungsgebäuden, einer Bibliothek, eines Schwimmbads, eines Stadions, eines Kulturpalastes und anderer Objekte für Erholung und Diensleistung vor. Der neue Universitätscampus wird am Lomonossovskij - Prospekt zwischen dem Vernadskij - Prospekt und dem Mičurinskij - Prospekt liegen, wobei er sich an den schon gebauten Gebäudekomplex anschließen wird. Im Januar 2005 soll die Hauptbibliothek der MSU fertig gebaut sein. Man hat angefangen zwei Studien- und Forschungsgebäude und eine Universitätsklinik zu bauen, die zum medizinischen Zentrum des XXI. Jahrhunderts werden soll.

Moskauer Staatlichen Universität.

Ein riesiges wissenschaftliches Potential, einzigartige Möglichkeiten für interdisziplinäre Forschungen ermöglichen den Gelehrten der Universität sich auf Prioritäts- und Pionierrichtungen der Wissenschaften zu konzentrieren. Die letzten Jahre zeichneten sich durch große Errungenschaften im Bereich von Physik der hohen Energien, Supraleitfähigkeit bei hohen Temperaturen, Lasersysteme, Mathematik und Mechanik, der sich erneuernden Energiequellen, Biochemie und Biotechnologie aus. Auf dem Gebiet von Geisteswissenschaften entstehen neue Richtungen bei der Ausarbeitung von aktuellen Fragen der Soziologie, Politökonomie, Geschichte, Psychologie, Philosophie, Kulturgeschichte. Jedes Jahr werden an der Moskauer Universität bis 1,5 Tausend von Dissertationen zum akademischen Grad „Kandidat der Wissenschaften“ (Doktortitel) und bis 250 Dissertationen zum akademischen Grad „Doktor der Wissenschaften“ (Doktor habil.) in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft verteidigt.

Die Fakultäten und Lehrstühle der Universität haben immer viel Aufmerksamkeit der Erhöhung der Ausbildungsqualität der Fachleute geschenkt. Es wird auch heute viel für die Erneuerung und Vervollkommnung der Ausbildung von Studenten und Doktoranden gemacht. In einer Reihe von Fakultäten ist das Zweistufensystem des Studiums (Bakkalaureus , Magister) vorgesehen. In den neuen Lehrprogrammen ist die Rolle der selbstständigen Arbeit, der Zusammenhang mit Praxis, mit der künftigen Tätigkeit der Absolventen gewachsen. Eines der wichtigsten ist das Problem der humanistischen Richtung der Ausbildung geworden. Die Lehrkräfte des geschaffenen Interfakultätszentrums der sozialhumanistischen Bildung unterrichten an den naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Fakultäten die russische und die Weltgeschichte und Kultur, Philologie, Wirtschaft, Recht, Kunst. Die Studenten der Universität können nach individuellen Plänen unterrichtet werden und die Vorlesungen aus mehreren Fachbereichen an verschiedenen Fakultäten besuchen. Viel Aufmerksamkeit schenkt man der Gesundheit der Studenten.

In den ersten zwei Studienjahren ist zweimal pro Woche Sportunterricht vorgesehen. In den oberen Studienjahren kann dieser Unterricht fakultativ in Sportsektionen oder in bezahlten „ Gesundheitsgruppen“ fortgesetzt werden.

Fürs Studium an der MSU ist die Verbindung von Lehr- und Wissenschaftsarbeit, eine fundamentale Vorbereitung in einem gewählten Wissensbereich mit einer engen Spezialisierung charakteristisch. Gewöhnlich wird die fundamentale Grundlage der Ausbildung in den ersten zwei - drei Studienjahren gelegt. Dann beginnt eine enge Spezialisierung.

Eine der wichtigsten Besonderheiten des Universitätsstudiums ist die Verbindung des Studiums mit der selbstständigen wissenschaftlichen Tätigkeit, deren Richtung die Studenten selbst wählen. Die Tätigkeit der Studenten neben den Seminaren und Spezialseminaren in verschiedenen wissenschaftlichen Zirkeln, wissenschaftlichen Gesellschaften, Teilnahme an den Studentenkonferenzen hilft ihnen die richtige Wahl zu treffen. Viele Arbeiten von Studenten werden in den wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.

In einer Reihe von Fakultäten - der Fakultät für Geschichte, der Fakultät für Philologie, der Wirtschaftsfakultät, der Fakultät für Soziologie, der Fakultät für Journalistik und der psychologischen Fakultät gibt es ein Abendstudium und an der Fakultät für Journalistik - auch ein Fernstudium.

Das Studium dauert an der Universität 5-6 Jahre je nach der Fakultät und der Studienform. Wenn ein Student die Universität absolviert, bereitet er eine Diplomarbeit vor und verteidigt sie. Das Studium an der Universität ist in der Regel kostenlos. Aber in Verbindung mit der Entwicklung der Marktverhältnisse hat man seit 1992 beschlossen bis 15% der Abiturienten außerplanmäßig gebürenpflichtig aufzunehmen. Jeder Student, der im Studium mitkommt , bekommt ein staatliches Stipendium. Den Studenten aus anderen Städten wird das Studentenheim zur Verfügung gestellt. Die Absolventen der Universität sind an den Hochschulen, in wissenschaftlichen Forschungsinstituten, Schulen, im Produktions- und Kulturbereich, in der Staat sverwaltung, in gesellschaftlichen und privaten Organisationen tätig. Laut dem Statut der MSU haben die Studenten und Doktoranden ihre Vertreterkörperschaften für die Lösung ihrer Fragen. Die Hauptkörperschaft solcher Selbstverwaltung ist der Studentenrat der MSU.

Die Moskauer Universität ist eine anerkannte Schule der Weiterbildung von Fachspezialisten. Jährlich nehmen bis zu 5 Tausend Lehrkräfte, Mitarbeiter von Betrieben, Behörden und Hochschulen an den Weiterbildungskursen teil. Die Fachleute, die ein praktisches Dienstalter haben, erhalten eine Möglichkeit sich die neusten Errungenschaften der Wissenschaft und Technik anzueignen in den Sonderabteilungen „Ingenieurgruppen“- an einer Reihe von naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Diese Arbeit wird vom Zentrum der Um- und Weiterbildung von Lehr- und Wissenschaftskräften und vom Institut der Weiterbildung von Lehrkräften der Sozial- und Geisteswissenschaften geleistet.

Bei der Realisierung von wissenschaftlichen und kulturell-aufklärenden Traditionen der Universität spielt der Verlag der MSU eine wichtige Rolle. Er gibt jedes Jahr mehr als 400 Titel der Lehrbücher, der wissenschaftlichen, populärwissenschaftlichen, schöngeistigwissenschaftlichen Literatur und der Nachschlagewerke mit einer Gesamtauflage von mehr als 3 Mio . Exemplaren heraus. Der thematische Bereich der Bücher umfasst fast alle Gebiete des modernen Wissens – Philosophie und Psychologie, Geschichte und Wirtschaft, Staat und Recht, Philologie und Journalistik, Mathematik, Physik und Astronomie, Biologie und Chemie, Geologie und Geografie. Verdiente Anerkennung hat bei den Lesern die Serie „Universitätsbibliothek“, in der Literaturdenkmäler des philosophisch-ästhetischen und historischen Denkens, Memoiren, Werke der russischen Literatur und der Weltliteratur herausgegeben werden. Für Wissenschaftler, Fachleute und alle, die sich für moderne Errungenschaften im Bereich der physikalisch-mathematischen Wissenschaften interessieren, ist noch eine Serie des Verlags „Physik: Ideen, Errungenschaften, Ausblick“ bestimmt. In der Serie „Die große Französische Revolution. Dokumente und Forschungen“ sind die interessantesten Ausarbeitungen der Universitätsgelehrten der letzten Jahre auf diesem Gebiet gesammelt. Seit 1991 gibt der Verlag von der MSU neue Serien „Aus der geistigenen Vergangenheit von Russland“ und „Philosophische Lesungen“ heraus, wo die bedeutendsten Werke von Philosophen, Geschichtswissenschaftlern, Kulturwissenschaftlern gesammelt werden.

Moskauer Staatlichen Universität. Foto N.N.Molchanov

Die größte Universitätsbibliothek ist die Wissenschaftliche A.M. Gorkij-Bibliothek. Ihr Bücherbestand beträgt etwa 8 Mio . von Bänden, von denen mehr als 2 Mio . Bücher in Fremdsprachen sind. Die Bibliothek der MSU bedient etwa 55 Tausend Leser pro Jahr, die 5,5 Mio . Bücher entlehnen.

Die internationalen Beziehungen der Moskauer Universität sind breit. Sie gehört der Internationalen Vereinigung von Universitäten an, hat direkte Verträge über die Zusammenarbeit mit mehr als 60 ausländischen Zentren und Vereinigungen, Universitäten von Europa, den USA, Japan, China, anderen asiatischen Ländern, Australien, Lateinamerika, arabischen Staaten.

Seit 1946, als an der Universität die ersten ausländischen Studenten erschienen, sind mehr als 11 Tausend hochqualifitzierte Spezialisten für 150 Länder ausgebildet worden. Jedes Jahr studieren an der MSU mehr als 2 Tausend Studenten und Doktoranden aus vielen Staaten der Welt. Mehr als 400 Leute besuchen den Vorbereitungskurs für die Ausländer.

Die wichtigsten Bereiche der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit sind: Zusammenausarbeitung der wissenschaftlichen Probleme, Professoren- und Lehreraustausch für die Durchführung der pädagogischen und wissenschaftlichen Arbeit, Studenten- und Doktorandenaustausch in verschiedenen Formen des Studienaufenthalts. Jedes Jahr nimmt die Universität für verschiedene kurze Formen des Studiums mehr als 2 Tausend Ausländer auf und schickt genauso viel ihre Vertreter in alle Länder der Welt. An der MSU gibt es internationale UNO – Kurse für Demographie, gidrologische Kurse von UNESCO, Internationales Zentrum für Biothechnologien, Internationales wissenschaftliches Laserzentrum, ein System von Kursen und Seminaren in russischer Sprache für ausländische Lehrkräfte. 1991 wurden das Französische Universitätskolleg, die Russisch-amerikanische Universität, das Institut für deutsche Wissenschaft und Kultur eröffnet. Mehr als 60 ausländische Gelehrte, Staatsmänner und Politiker wurden zu Ehrendoktoren und Professoren der Moskauer Universität gewählt. Viele große Gelehrte der MSU sind Ehrenmitglieder der ausländischen Akademien und Universitäten.

Im Januar 2005 wird die Moskauer Staatliche Lomonossov-Universität ihr 250-jähriges Jubiläum begehen. Der allgemeine Maßnahmenplan für die Vorbereitung der Feierlichkeiten an der Universität enthält etwa 800 Punkte.

Zweieinhalb Jahrhunderte der Geschichte der ältesten Universität in Russland zeugen von einem riesigen Beitrag ihrer Zöglinge zur Entwicklung der allgemeinmenschlichen Ideale der Freiheit, des Humanismus, des Guten, des Schönen, des Wahren.



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